Fortschritte in der Impfstoffforschung gegen Krebs

© PEXELS
Die Corona-Pandemie hat den mRNA-Impfstoffen zum Durchbruch verholfen. Doch auch in dem Feld, für das sie ursprünglich entwickelt wurden, gibt es Fortschritte: bei der Behandlung von Krebserkrankungen.

Die mRNA-Impfstoffe sind spätestens seit der Corona-Pandemie weitläufig bekannt. Der Impfstoff enthält Botenstoffe (messenger RNA) mit den Bauplänen eines bestimmten Proteins. Diese gelangen durch die Impfung in den Körper, wo sie das Protein produzieren. Das menschliche Immunsystem erkennt das Protein als Fremdkörper. Er beginnt, es zu bekämpfen und merkt es sich für die Zukunft, sodass im Falle einer Infektion die bereits bekannten Botenstoffe erkennt werden können. Das schützt den Körper vor schweren Infektionen.

Bei Krebserkrankungen sollen die mRNA-Impfstoffe das Immunsystem dazu bringen, bösartige Zellen zu erkennen und zu bekämpfen. Bereits seit etwa 30 Jahren wird erforscht, wie sich die mRNA-Technologie in der Krebsbehandlung einsetzen lässt. Da Tumorzellen den gesunden Zellen jedoch sehr ähnlich sind und zudem das Immunsystem bremsen, ist es komplizierter, hier einen entsprechenden mRNA-Impfstoff zu entwickeln. Trotzdem gibt es in der Forschung immer wieder neue Entwicklungen, so wird die mRNA-Technologie bereits an Patient:innen erprobt. Dieser Impfstoff enthält Baupläne für vier verschiedene Proteine, von denen mindestens eines von den Krebszellen von 90 Prozent aller Patient:innen mit einem Melanom produziert wird.

Auch die Behandlung einzelner Tumore könnte mithilfe der mRNA-Technologie möglich sein. Dazu werden Patient:innen Krebszellen und gesunde Zellen entnommen und miteinander verglichen. Damit lässt sich erkennen, wo die kranken Zellen Fehler aufweisen und welche falsch aufgebauten Proteine sie daher produzieren. Ein individuell angepasster Impfstoff kann das Immunsystem dazu bringen, Proteine zu produzieren, die genau auf diese Krebszellen reagieren.

Positiv ist dabei ebenfalls, dass sich mRNA mittlerweile relativ einfach und schnell im Labor produzieren lässt, somit ist die mRNA-Technologie auch in der KRebstherapie finanzierbar.

Zwar wären die Impfstoffe für COVID-19 ohne die mRNA-Forschung nie in derart kurzer Zeit zu verwirklichen gewesen, jedoch profitiert die Krebsforschung auch von der durch COVID-19 weit verbreiteten Anwendung der mRNA-Impfstoffe. So konnte innerhalb kurzer Zeit eine große Menge an Daten zu Verträglichkeit, Impfreaktionen oder auch Nebenwirkungen gesammelt werden.

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