Zukunft der präklinischen Notfallmedizin in Österreich

PRAEVENIRE GIPFELGESPRÄCH

Vor dem Hintergrund der sich verändernden Strukturen im österreichischen Gesundheitswesen widmete sich das PRAEVENIRE Gipfelgespräch der Zukunft der präklinischen Notfallmedizin und seinen zukünftigen Herausforderungen.

„Die Frage der zielgerechten Disposition bzw. der richtigen Qualifikation ist eine der wesentlichen Herausforderungen für die Zukunft. Das österreichische Recht bietet Möglichkeiten, die momentan weitgehend nicht ausgeschöpft werden, weil sich die Aufgaben der Sanitäter in den letzten Jahren geändert haben. Aufgrund der Qualifikationsunterschiede zwischen Notärzten und Sanitätern, besteht eine starke Neigung, Vorfälle die nach einem medizinischen Notfall aussehen mit Notarztrettungsmittel zu bedienen, womit wir einen Teil der notärztlichen Knappheit generieren, ohne zu hinterfragen, ob ein Einsatz sinnvoll und nützlich war. Wir leben in einer sogenannten Vollkaskogesellschaft, wo niemand die Verantwortung übernehmen möchte. Es benötigt daher rasche Antworten und mutige Möglichkeiten.“

Ing. Michael SARTORI, Chef des Stabes und AL Einsatzdienste & Ausbildung Rotes Kreuz Niederösterreich
Univ.-Prof. Dr. Klaus MARKSTALLER

„Selbst wenn der Ist-Status der präklinischen Notfallmedizin in Österreich gut ausgestattet ist, muss man für die Zukunft gut gewappnet sein. Die Qualifikation der ärztlichen Notarztausbildung, die zielgerichtete Disposition und die Ausbildung der Sanitäter sind zentrale Punkte, um unser System zu verbessern. Notärzte müssen zielgerichtet und effizient eingesetzt werden. Ebenso bedarf es einer fachlich fundierten Zuweisung von Notfallpatienten in die Krankenhäuser verschiedener Versorgungsstufen durch Notärzte vor Ort. Gleichzeitig muss für die Zukunft sichergestellt werden, dass genügend Notärzte zur Verfügung stehen. Zukunftsüberlegungen sollten daher Aspekte der Attraktivitätssicherung und -steigerung für Notärzte beinhalten, um der Herausforderung der Nachwuchssicherung zu begegnen.“

Univ.-Prof. Dr. Klaus MARKSTALLER, Klinikleitung, Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie der Medizinischen Universität Wien
Ao. Univ.-Prof. Dr. Michael BINDER

„Für den Wiener Krankenanstalten Verbund ist die Ausbildung und Tätigkeitsberechtigung für Ärzte im organisierten Rettungsdienst von Vorteil, weil es die Ausbildung attraktiviert. Die Vorteile müssen allerdings gut gestützt sein, weshalb ein sehr gutes Supervisions-Prinzip benötigt wird, damit Qualitätseinschränkungen minimiert bzw. gar nicht erst zu tragen kommen. Ein Europa-Vergleich zeigt, dass Österreich ein Land ist, das eine hohe Zahl notärztlicher Lufttransporte tätigt und gleichzeitig auch eine Infrastruktur besitzt, die das unterstützt. Ein wichtiger Punkt ist, nach welchen Kriterien ein Ausrücken am Notarzteinsatzpunkt ausgelöst wird bzw. ob eine Qualitätssicherung vorhanden ist. Das gibt es bereits Maßnahmen die umgesetzt werden, man kann es aber weiter forcieren.“

Ao. Univ.-Prof. Dr. Michael BINDER, Direktor Wiener Krankenanstalten Verbund

Download “Pressemeldung Zukunft der präklinischen Notfallmedizin in Österreich” Zukunft_der_praeklinischen_Notfallmedizin_in_Oesterreich-1.zip – 36-mal heruntergeladen – 8 MB

Verpassen Sie keine PRAEVENIRE-News mehr
mit unserem Newsletter

Scroll to Top

Melden Sie sich gleich zum PRAEVENIRE Newsletter an!


Kontaktieren Sie uns!