PRAEVENIRE Gipfelgespräch

Eine hochkarätige Expertenrunde diskutierte am Mittwoch, 15. Mai, im Rahmen eines PRAEVENIRE Gipfelgesprächs über innovative Therapien und ihren Nutzen für die Gesellschaft.

In Österreich ist man mit der Tatsache konfrontiert, dass die Krebsprävalenz infolge einer immer älter werdenden Bevölkerung kontinuierlich steigt. Onkologische Erkrankungen haben einen Anteil an allen in Österreich registrierten Todesursachen von 24,3 Prozent. Laut Statistik Austria verzeichnete 2016 eine fünfjährige Überlebensrate bei 63,2 Prozent der krebserkrankten Frauen und bei 58,6 Prozent der krebserkrankten Männer.

Innovative onkologische Therapien, z. B. Immunonkologika, bieten gute Chancen zur Chronifizierung bzw. völligen Heilung bei manchen bisher schwer behandelbaren Krebsarten. Jedoch stellen hohe Kosten dieser Therapien sowohl das Gesundheitssystem als auch die Gesellschaft im Allgemeinen vor große Herausforderungen. Im Rahmen dieses Gipfelgesprächs wurde u. a. diskutiert, welche Maßnahmen gesetzt werden müssen, um einserseits die Innovationen im onkologischen Bereich weiter zu fördern, aber andererseits auch einen effizienten Einsatz von Ausgaben zu ermöglichen. Die Stärkung der Prävention, ein Ausbau von medizinischer und beruflicher Rehabilitation von Krebserkrankten sowie transparente Richtlinien in der Umsetzung von QALY (qualitätskorrigiertes Lebensjahr) waren nur einige Themen des Gipfelgesprächs. Die Teilnehmer hoben hervor, dass die Lebensqualität Krebserkrankter eine zentrale Rolle in der Versorgung spielt. Damit dies auch weiterhin erhalten bleibt, bedarf es transparenter und klarer Richtlinien im effizienten Einsatz von Gesundheitsausgaben.

Stimmen aus dem Gipfelgespräch:

„Innovationen im onkologischen Bereich dürfen nicht nur aus der Kostenperspektive betrachtet werden. In der Gesellschaft muss eine breite Diskussion darüber geführt werden, welche Innovationen man sich leisten kann. Dazu muss man transparente Daten und Entscheidungsprozesse ermöglichen. Die alternde Gesellschaft benötigt mehr Aufwendungen im Gesundheitssystem: Daher muss das Bewusstsein über den Zusammenhang von der Wirtschaft und dem Sozialsystem in der Bevölkerung gestärkt werden.“

Dr. Thomas Czypionka, Head of IHS Health Economics and Health Policy

„Eine der größten Herausforderungen derzeit ist, die Erwerbstätigkeit von Beschäftigten zu erhalten. Das bezieht sich auch auf Krebspatienten: Ihnen eine Überlebens- und Lebensperspektive zu ermöglichen und sie in den Arbeitsprozess zu reintegrieren, bringt einen großen Benefit für die Wirtschaft und Gesellschaft. Die gesellschaftliche Teilnahme und die Teilnahme von Krebserkrankten am Arbeitsmarkt sind für uns sehr wichtig.“

Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit, WKO

„Wir brauchen ausgewogene und transparente Entscheidungsmechanismen, um Kosten und Nutzen gegenüberstellen zu können. Auch die Politik braucht diese Vorlage, um einen politischen Diskurs darüber zu führen, was man im Bereich von innovativen Therapien finanzieren kann. Eine alternde Gesellschaft hat andere Prioritäten. Aus diesem Grund müssen wir diesen politischen Diskurs offen, transparent und demokratisch legitimiert gestalten.“

Hon.-Prof. (FH) Dr. Bernhard Rupp, Leiter der Fachabteilung Gesundheitswesen, AK NÖ

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Die PRAEVENIRE Gesundheitstage 2020 in Seitenstetten finden nun vom 14. bis 16. Oktober 2020 statt.

Für uns hatte und hat, insbesondere als „Gesundheitsforum PRAEVENIRE“, die Gesundheit aller Teilnehmenden, der Vortragenden, Mitwirkenden und natürlich unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach wie vor höchste Priorität. „Die Gesundheitstage 2020 ausfallen zu lassen, war aber keine Option für uns“, betont PRAEVENIRE Präsident Dr. Hans Jörg Schelling. Sämtliche Vorarbeiten, ExpertInnengespräche und Gipfelgespräche für das Weißbuch „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ sind, nicht zuletzt durch den engagierten Einsatz von Videokonferenzen, bereits so weit fortgeschritten, dass wir uns entschlossen haben, die PRAEVENIRE Gesundheitstage 2020 in Seitenstetten auf den Zeitraum 14. bis 16. Oktober zu verschieben. Wir sind sicher, dann bereits ein für alle Beteiligten „sicheres“ Umfeld bieten zu können. Wir werden die kommenden Wochen auch dafür nützen, das PRAEVENIRE-Programm zu aktualisieren.

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