PRAEVENIRE Präsident Schelling: In der Pflege brennt der Hut — Gesundheitspolitik muss endlich handeln, nicht verschleppen!

Handlungsempfehlungen für die Pflegereform hat die Politik seit 2020 ausgearbeitet auf dem Tisch! Schelling, Potzmann, Rupp legen fünf Forderungen vor.

 

„Statt endlich zu handeln, werden immer neue Arbeitskreise, Evaluierungen und Ankündigungen vorgeschoben. Was zu tun wäre, ist lang bekannt – und liegt den führenden PolitikerInnen von Bund und Ländern in Form des PRAEVENIRE Weißbuchs mit dem Kapitel Pflege und Betreuung seit Oktober 2020 in allen Details vor“, donnert Dr. Hans Jörg Schelling, Präsident des Vereins PRAEVENIRE – Gesellschaft zur Optimierung der solidarischen Gesundheitsversorgung – am Tag der Pflege im Mai. Ein solidarisches Gesundheitssystem muss, wie es der gemeinnützige Verein PRAEVENIRE schon oft eingemahnt hat, einzig die PatientInnen und ihre Bedürfnisse und nicht die Partikularinteressen einzelner Akteure in den Mittelpunkt stellen. Eine Politik, die vorrausschauend und nachhaltig agiert, muss aus Sicht der PRAEVENIRE Initiative Pflege und Betreuung vorrangig folgende fünf Punkte behandeln: 

  • Pflegereform umsetzen

„Die Pflegereform in Österreich ist schnellstens umzusetzen! Alle Parameter sind bekannt und welche Schritte zu setzen sind, zeigt nicht zuletzt nochmals das entsprechende Kapitel im PRAEVENIRE Weißbuch ‚Gesundheitsstrategie 2030‘ mit konkreten Handlungsempfehlungen und dem Rat der daran beteiligten Expertinnen und Experten“, so Schelling.

 

  • Pflege- und Betreuungsbedarf ermitteln

„Um den Ausbau von Pflegedienstleistungen vorausschauend und nachhaltig planen zu können, braucht es als Grundlage eine wissenschaftlich fundierte Personalbemessungsmethode, die alle Pflegesettings berücksichtigt ─ sowohl die stationäre Pflege in Spitälern und Pflegeeinrichtungen als auch die mobilen Pflegedienste und die 24-Stunden-Betreuung“, fordert Hon. Prof. (FH) Dr. Bernhard Rupp, MBA, Leiter der Abteilung Gesundheitspolitik der AK Niederösterreich und Mitglied im PRAEVENIRE Scientific Council. Zudem seien für die Berechnung des Pflegebedarfs nicht nur direkte gesundheitspolitische Steuerungsmaßnahmen, sondern auch sozioökonomische Einflussfaktoren wie der gestiegene Erwerbsdruck der Haushalte, der Familienstrukturen und der Wohnsituationen zu berücksichtigen. 

 

  • Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen verbessern

„Eine Ausbildungsoffensive starten und ausreichend Plätze finanzieren!“, fordert PRAEVENIRE Präsident Schelling. Das Ausbildungssystem in Österreich gewährt die Durchgängigkeit von der Pflegeassistenz bis zum Doktorat. Wichtige Schritte sind die Überführung des Pilotprojekts BHS für Pflege und Sozialbetreuung in das Regelschulwesen, eine verbesserte regionale Kooperation zwischen Fachhochschulen und Gesundheits- und Krankenpflegeschulen sowie eine österreichweit einheitliche Regelung für die Durchlässigkeit zwischen Assistenzberufen und den gehobenen Diensten in Pflege und MTD-Berufen. Weiters ist die Anzahl der Ausbildungsplätze stark anzuheben.

 

  • Betreuende Angehörige unterstützen 

„Über 80 Prozent der PflegegeldbezieherInnen werden zu Hause versorgt. Neben der Bereitstellung von Orientierungshilfen und praktischen Informationen zum Gesundheitssystem braucht es rasch Unterstützungs-, Förder- und Schulungsmöglichkeiten für jene Menschen, die Betreuungsaufgaben übernehmen wollen“, fordert Rupp. 

 

  • Community Nursing in Regionen einbinden

„Community Nurses sind ein Schlüsselelement in der Versorgung. Sie agieren als NahtstellenmanagerInnen, indem sie Versorgungslücken schließen, Beratung anbieten, Behördenwege übernehmen und insgesamt die Lebensqualität von Pflege- und Betreuungsbedürftigen sowie deren Angehörigen erhöhen“, beschreibt Mag. Elisabeth Potzmann, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands (ÖGKV) und Expertin beim Kapitel Pflege und Betreuung. 

 

In der Diskussion um die Pflegereform darf ein Aspekt nicht zu kurz kommen: die Pflegeprävention. „Wir müssen Pflegebedürftigkeit von vornherein vermeiden! Neben Verhaltensprävention muss daher auch verstärkt auf Verhältnisprävention gesetzt werden. Das beinhaltet die gesundheitsförderliche und präventive Gestaltung verschiedener Settings, wie der Arbeitsplätze älterer Personen oder des jeweiligen Wohnumfeldes einschließlich der Pflegeheime“, appellieren Potzmann, Rupp und Schelling abschließend. 

 

Über das PRAEVENIRE Weißbuch „Gesundheitsstrategie 2030“

Gemeinsam mit über 800 Gesundheitsexpertinnen und -experten erarbeitete PRAEVENIRE Präsident Dr. Hans Jörg Schelling in den letzten drei Jahren konkrete Handlungsempfehlungen für ein solidarisches und finanzierbares Gesundheitswesen. Die Essenzen sind wiederum im neuen PRAEVENIRE Weißbuch „Gesundheitsstrategie 2030“ in 16 Kapiteln zu verschiedenen Gesundheitsthemen zusammengefasst. Diesen sind jeweils fünf wichtige und dringende Forderungen an die Politik vorangestellt. Das Kapitel zur PRAEVENIRE Initiative Pflege und Betreuung 2030 können Sie hier downloaden.

 

PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten

Die 7. PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten finden vom 18. bis 20. Mai 2020 statt. In diesen Tagen werden erneut hochkarätige Expertinnen und Experten an einer Weiterentwicklung der PRAEVENIRE Initiativen 2030 und des PRAEVENIRE Weißbuchs „Gesundheitsstrategie 2030“ mitwirken. Informationen zu Programm und Anmeldung unter www.praevenire.at 

 

Rückfragen & Kontakt:

Rainald Edel, MBA
PR-Consultant
WELLDONE WERBUNG UND PR GMBH
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