Pflege und Betreuung: PRAEVENIRE Präsident Schelling empfiehlt Pflegeberuf zu attraktivieren und Angehörige zu entlasten

2030 werden 1 Mio. Österreicher Pflege beziehungsweise Betreuung brauchen. Dafür sind 50.000 zusätzliche Pflegekräfte nötig.

Weiterführende Informationen zum Weißbuch-Themenkreis „Pflege und Betreuung“ finden Sie unter folgendem Link.

Der Themenaspekt Pflege und Betreuung wird in puncto Versorgung und Finanzierung zukünftig eine der größten Herausforderungen für das österreichische Gesundheits- und Sozialsystem darstellen. Die österreichische Bevölkerung wird zwar immer älter, allerdings steigen die gesunden Lebensjahre im Vergleich zu anderen Ländern nur gering an. In zehn Jahren werden nach Prognose der Statistik Österreich über 2 Mio. Menschen in Österreich über 65 Jahre sein.

Auf Grund der Bevölkerungsentwicklung rechnen wir mit rund 1 Million Menschen die dann Pflege beziehungsweise Betreuung benötigen werden. Um das zu bewältigen bedarf es gut 50.000 zusätzlicher Pflegekräfte“, schildert Dr. Günter Dorfmeister, MBA, Direktor des Pflegedienstes der Klinik Ottakring in Wien. 

Um die österreichische Pflegelandschaft auf starke Beine zu stellen, empfiehlt die PRAEVENIRE Initiative Gesundheit 2030 folgende drei Sofortmaßnahmen:

  • Kompetenzen stärken
  • Prozesse vereinfachen – Qualität erhöhen
  • Höchste Standards etablieren

Konkrete Handlungsempfehlungen

  • Als Maßnahmen zur Optimierung des Systems empfehlen die PRAEVENIRE Expertinnen und Experten unter anderem die Kompetenzen von Pflegekräften zu stärken sowie die Schnittstellen zwischen dem Akutbereich, der mobilen Pflege sowie der Langzeitpflege sind mitzudenken und zu schließen. Somit werden ineffiziente Insellösungen vermieden.
  • Wichtig ist zwischen Pflege und Betreuung zu unterscheiden. Ein Schlüsselelement in der Versorgung könnten dabei Community Nurses bilden. Durch deren Zusammenarbeit mit Hausärzten, Primärversorgungseinrichtungen und anderen Anbietern von Gesundheitsleistungen können diese pflege- und betreuungsbedürftige Menschen, sowie deren Angehörige unterstützen. Die Community Nurse agiert als Nahtstellenmanager. Dadurch werden Versorgungslücken, insbesondere in der Beratung, aber auch im Umgang mit Behörden, geschlossen und die Lebensqualität Betroffener erhöht. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Drehtüreffekte vermindert werden und die Menschen somit länger im häuslichen Umfeld verbleiben können“, sagt Mag. Elisabeth Potzmann, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV).
  • Die PRAEVENIRE Initiative Gesundheit 2030 empfiehlt eine bundeseinheitliche Analyse des mittel-und langfristigen Personalbedarfs. „Um diesen sicherzustellen, wäre es vorstellbar, wenn den Zivildienst auf eine Lehrausbildung anzurechnen“, so Schelling.
  • Die PRAEVENIRE Initiative Gesundheit 2030 empfiehlt, finanzielle Unterstützung sowie Entlastungsdienste für pflegende Angehörige wie folgt zu fördern: Ab Pflegestufe 3 sollen Pflegedienste bis zu zwei Wochen finanziert werden, ab Pflegestufe 4 für vier Wochen, ab Pflegestufe 5 für zwei Monate pro Jahr.
  • Bezugnehmend auf EU-weite Mindeststandards, die auf künftige Anforderungen ausgerichtet sind, sollen alle Mitgliedsländer das Ausbildungsniveau einander angleichen, um Arbeitskräftemangel in bestimmten Mitgliedsländern zu vermeiden.

„COVID-19 darf uns nicht davon abhalten, über Zukunftsthemen zu sprechen und uns um qualitätsvolle Regelversorgung zu kümmern. Die Politik ist jetzt gefordert, in die Umsetzung zu kommen, um eine solidarische Gesundheitsversorgung für jeden Menschen sicherzustellen“, appelliert Schelling.

PRAEVENIRE Weißbuch „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ an Bundes- und Landesregierungen überreicht

Gemeinsam mit mehr als 500 Gesundheitsexpertinnen und –experten erarbeitete PRAEVENIRE Präsident Dr. Hans Jörg Schelling neue Lösungsmodelle für das österreichische Gesundheitssystem. Im Fokus des Weißbuchs mit konkreten Handlungsempfehlungen für Bundes- und Landesregierungen steht die Entwicklung einer Strategie, wie ein modernes und krisenfestes Gesundheitssystem für die österreichische Bevölkerung erhalten und auf ein nächstes Level transferiert werden kann.

Das Weißbuch „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ wurde im Oktober 2020 Bundeskanzler Sebastian Kurz, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer und Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka überreicht.

Weiterführende Informationen zum Weißbuch-Themenkreis „Pflege und Betreuung“ finden Sie unter folgendem Link.

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