Osteoporose: Prävention & Therapie

Wenn Masse, Qualität und Festigkeit der Knochen vermindert sind und ihre Brüchigkeit erhöht ist, spricht man von Osteoporose. Ein Blick auf Faktor Ernährung und die neuesten Behandlungsmöglichkeiten.

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Volkskrankheit. Bei den Betroffenen baut sich die Knochensubstanz verstärkt ab, wodurch die Knochen immer instabiler und brüchiger werden. Die Krankheit entwickelt sich – meist unbemerkt – über viele Jahre hinweg, wobei verschiedene Faktoren zur Entstehung beitragen. Dazu zählen v.a. Genetik, Lebensstil, hormonelle Veränderungen sowie Krankheiten und Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen. In Österreich sind von Osteoporose rund 750.000 Personen über 50 Jahren betroffen, davon mehr als 600.000 Frauen. Allerdings ist Osteoporose längst keine typische Frauenkrankheit mehr. Bereits jeder fünfte Betroffene ist ein Mann – Tendenz steigend…

Heinrich Resch, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Knochen- und Mineralstoffwechsel, erklärt im Rahmen seiner Keynote in Seitenstetten, was unter der Krankheit zu verstehen ist: „Der simplifizierte Begriff lautet Knochenbruchkrankheit und sagt bereits sehr viel aus. Die Ursachen sind multifaktoriell. Wir haben bisher zwölf Risikofaktoren für die Entstehung definiert.“ Dazu zählen neben der Knochendichte auch Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Rauchen, genetische Disposition oder Rheuma. In der Behandlung von Osteoporose geht es laut Resch darum, einerseits Knochenbrüche zu vermeiden und andererseits, wenn diese eingetreten sind, sie gut zu behandeln – indem man die Neubildung von Knochengewebe nach einer Fraktur fördert und die Knochenkonsolidierung vorantreibt.

Resch definiert aktuelle Ziele in der Erkennung und Behandlung von Osteoporose so: „Was wir Mediziner wollen, ist das Frakturrisiko möglichst früh zu erkennen und zu senken, Osteoporose möglichst früh zu behandeln und dabei nicht auf Monotherapie zu setzen“. Bei der medikamentösen Therapie orientiere man sich heute zunehmend in Richtung Sequenztherapie, weil dadurch ein Optimum an strukturellem Knochenaufbau erzielt werden kann. Resch verweist auf die jüngsten Fortschritte bei Behandlungen: „Es ist eine neue Substanz entwickelt worden, Knochenbruchkrankheit: Prävention & Therapie die für uns einen Quantensprung in der Osteoporosetherapie darstellt. Wir konnten bislang nur entweder vermehrten Knochenabbau hemmen beziehungsweise vermindern oder Knochenaufbau fördern – nun können wir beides gleichzeitig.“ Optimistisch ist Reschs Blick in die Zukunft: „Wir hoffen, dass wir in einigen Jahren mit reiner Genanalyse von Haarspitzen oder Speichel Kandidatengene isolieren können oder aus der Signatur der mRNAs ein Profil gestalten, das uns die Knochen genau beschreibt – und wir uns damit alle aktuellen Methoden der Behandlung sparen können.“

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