Moderne regionale Infrastruktur für Versorgung chronisch Kranker

13. Gipfelgespräch für die Erstellung des Weißbuchs „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ der PRAEVENIRE Initiative abgeschlossen

Wien (OTS) – Die jetzige Versorgung im Gesundheitssystem basiert sehr stark auf Einzelpraxen und relativ wohnortnahen stationären Versorgungsstrukturen wie Ambulanzen. Beim Gipfelgespräch zum Themenkreis Moderne Infrastruktur für die Erstellung des Weißbuchs „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ hinterfragten die Expertinnen und Experten, welche Versorgungseinrichtungen in Zukunft an Bedeutung gewinnen sollen und wie die Versorgung chronisch Kranker optimiert werden kann.

Nach Ansicht der Expertinnen und Experten müsse Österreich primär das politische Ziel haben, die Anzahl gesunder Lebensjahre zu steigern, zumal die Bevölkerung aktuell relativ wenige Jahre in guter Gesundheit lebt. Sowohl die schwerwiegende Erkrankung Diabetes als auch Schmerz gehen mit einer massiven Einschränkung der Lebensqualität einher. Für das Gesundheitssystem seien die Gesundheitskosten von 3,5 Mrd. Euro inklusive Folgekosten (Stand November 2019) allein für Patientinnen und Patienten mit Diabetes enorm. Alle Patientinnen und Patienten sollen österreichweit die Chance auf die für sie optimalste Therapie haben, die in regionalen Spezialzentren angeboten werden sollte, so der Appell der beim Gipfelgespräch teilgenommenen Expertinnen und Experten. Dass die Eigenverantwortung für die Gesundheit ein wichtiger Faktor sei, der durch Anreizsysteme und individuelle Therapiebegleitung unterstützt wird, war ebenfalls einhelliger Tenor. 

Etablierung regionaler Therapiezentren

Die zunehmende Versorgungsnotwendigkeit chronischer Krankheitsbilder verlangt einen Ausbau und die Anpassung der bestehenden Infrastruktur. Einig sind sich die Expertinnen und Experten darin, dass Primärversorgungseinheiten (PVE) die professionelle Betreuung chronisch Kranker nicht abdecken können. Hierfür benötigt es spezialisierte Zentren mit einem Behandlungsteam als regionale Anlaufstelle, um eine optimale Therapie zu gewährleisten. Für die Finanzierung der Infrastruktur könnten dabei Public-Private-Partnership (PPP)-Modelle angedacht werden, wie dies bereits erfolgreich bei der Errichtung von Kinder-Rehabilitationszentren in Österreich umgesetzt wurde. 

Individuelles Gefährdungsrisiko erkennen – Awareness schaffen

Die klassische Gesundenuntersuchung, die derzeit jeden Menschen gleich betrachtet, sollte laut der am Gipfelgespräch teilgenommenen Medizinerinnen und Mediziner überdacht und auf die einzelnen Patientinnen und Patienten individuell abgestimmt werden. Mittels eines erstellten Risikoprofils könnte das individuelle Gefährdungsrisiko für einzelne Krankheitsbilder erkannt und so frühzeitig vorgebeugt und interveniert werden. Wichtig sei dabei Beratung und Begleitung, um die Eigenverantwortung zu unterstützen. Je enger die Patientinnen und Patienten hinsichtlich Therapietreue kontrolliert werden, umso besser ist der Erfolg – vor allem bei Anreiz-Modellen. Für einzelne Patientinnen- und Patientengruppen würde auch der Einsatz digitaler Angebote zu deren Begleitung sinnvoll sein. 

Beim Themenkreis Moderne Infrastruktur für das Weißbuch „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ wirken u.a. mit:

Mag. pharm. Monika Aichberger, Dr. Gerald Bachinger, Dr. Alexander Biach, Dr. Andrea Vincenzo Braga, Dr. Thomas Czypionka, Dr. Peter Eichler, Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant, Mag. pharm. Viktor Hafner, Dr. Achim Hein, Irmgard Himmelbauer, MSc, Andreas Huss, MBA, Univ.-Prof. Dr. Susanne Kaser, Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, MSc, Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Mag. Jan Pazourek, Priv.-Doz. Dr. Johannes Pleiner-Duxneuner, Dr. Erwin Rebhandl, Priv.-Doz. Mag. pharm. DDr. Philipp Saiko, Mag. Martin Schaffenrath, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hannes Stockinger, Ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, Mag. pharm. Thomas W. Veitschegger (Stand 5. Mai 2020) 

PRAEVENIRE Weißbuch „Zukunft der Gesundheitsversorgung“

Bis Ende April fanden die abschließenden Gipfelgespräche zu den 15 Themenkreisen statt. Im Oktober erfolgt im Rahmen der 5. PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten die Präsentation und Diskussion des Weißbuchs „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ (Version 2020) durch PRAEVENIRE Präsident Dr. Hans Jörg Schelling. Auch wird im Herbst die Übergabe des Weißbuchs an die Bundesregierung und die Landesregierungen erfolgen.

5. PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten

Die 5. PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten finden vom 14. – 16. Oktober 2020 statt. In diesen Tagen wird der Verein PRAEVENIRE mit dem Weißbuch „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ Version 2020 sowohl erste Vorschläge zur Optimierung der Gesundheitsversorgung präsentieren als auch mit Top-Expertinnen und –Experten an einer Weiterentwicklung arbeiten.

Informationen zu Programm und Anmeldung

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Die PRAEVENIRE Gesundheitstage 2020 in Seitenstetten finden nun vom 14. bis 16. Oktober 2020 statt.

Für uns hatte und hat, insbesondere als „Gesundheitsforum PRAEVENIRE“, die Gesundheit aller Teilnehmenden, der Vortragenden, Mitwirkenden und natürlich unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach wie vor höchste Priorität. „Die Gesundheitstage 2020 ausfallen zu lassen, war aber keine Option für uns“, betont PRAEVENIRE Präsident Dr. Hans Jörg Schelling. Sämtliche Vorarbeiten, ExpertInnengespräche und Gipfelgespräche für das Weißbuch „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ sind, nicht zuletzt durch den engagierten Einsatz von Videokonferenzen, bereits so weit fortgeschritten, dass wir uns entschlossen haben, die PRAEVENIRE Gesundheitstage 2020 in Seitenstetten auf den Zeitraum 14. bis 16. Oktober zu verschieben. Wir sind sicher, dann bereits ein für alle Beteiligten „sicheres“ Umfeld bieten zu können. Wir werden die kommenden Wochen auch dafür nützen, das PRAEVENIRE-Programm zu aktualisieren.

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