Gesundheitsmathematische Berechnungen in der Pandemie-Ära

Wie aus 9 Mio. österreichischer Teamchefs in kürzester Zeit 9 Mio. Epidemiologen wurden? Diese Frage stellte sich Univ.-Prof. DI Dr. Doris Behrens nach ihrer Rückkehr aus GB und den Teilnehmer:innen der 7. PRAEVENIRE Gesundheitstage 2022 im Stift Seitenstetten. 

Forschungsfragen zur Pandemie-Ära beantwortet die Leiterin des Departments für Wirtschaft und Gesundheit an der Donau Universität Krems auf Basis gesundheitsmathematischer Berechnungen. Ihr Best Practice kommt aus ihrer Zeit im britischen Wales: Kurvenverflachung der Zahl an COVID-19-Infektionen war wie überall das wichtigste Ziel. Auch Wales setzte auf die Herabsetzung von Infektionswahrscheinlichkeit durch Maskentragen, Social Distancing, Selbstisolation und vor allem auf rasches Contact-Tracing. Kontakte COVID-infizierter Personen zu finden, sie zu informieren usw. muss rasch erfolgen und ist personalintensiv. Das Expertenteam unterstützte die proaktive Personalplanung: Die Mathematiker haben Daten verknüpft und z. B. (vor-)berechnet, wie viele Contact Tracer wann benötigt werden. Die Forschergruppe gab dem Welsh Government damit ein einfaches auf Excel basierendes Tool in die Hand, das Bedarfsberechnungen eigenständig ermöglicht und mit mathematischer Modellierung Kapazitätsgrenzen aufzeigt. Damit konnten sie die „Test, Trace, and Protect Strategy“ von Public Health Wales optimal unterstützen. Ergebnis: Contact Tracing reduzierte die Nettoreproduktionszahl von 1,7 auf 0,8.

Auch die Selbstisolation wurde aktiv vom Welsh Government unterstützt, indem Contact-Advisor bis zu zwei Wochen mit den Kontaktpersonen in Kontakt blieben und Services wie Hundeausführen oder Essenzustellung vermehrt angeboten wurden. Best of Tracing-Taktik für Teamchefs und Gesundheitspolitiker!

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