6. PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten: Präsident Schelling zieht erfolgreiche Bilanz

Schelling: Manöverkritik zu Pandemie-Maßnahmen dringend nötig. „Weißbuch Zukunft der Gesundheitsversorgung 2030“ findet Fortsetzung im Herbst.

„Es war für PRAEVENIRE ein Glück, genau den Tag zu erwischen, an dem physischen Treffen wieder möglich waren. Als Veranstalter haben wir uns gefreut, dass so viele Menschen gekommen sind und auch viele diese Tage von zu Hause an den Bildschirmen mitverfolgt haben“, resümierte PRAEVENIRE Präsident Dr. Hans Jörg Schelling zum Abschluss der 6. PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten, die heuer vom 19. bis 21. Mai stattfanden. Insgesamt rund 600 Besucherinnen und Besucher verfolgten digital und vor Ort das Programm in Seitenstetten. „Damit nahmen in etwa gleich viele Personen daran teil wie in Vor-Corona-Zeiten“, freute sich Schelling. Durch das hybride Modell war es möglich, dass auch jene Personen, für die eine Anreise nicht möglich war, teilnehmen, referieren und mitdiskutieren konnten. „Es wird auch in Zukunft bei PRAEVENIRE die Möglichkeit geben, neben der physischen Anwesenheit die Veranstaltung online und digital mitzuverfolgen“, kündigte Schelling an.

„PRAEVENIRE hat sich zu DER Gesundheitsplattform entwickelt, weil wir die Themen breit angehen. Wir gehen an den Patientenausblick mit den Fragen, was wird sich tun und was brauchen die Menschen in diesem Land, heran“, so Schelling. Covid-19 sollte der endgültige Weckruf für die Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitswesens sein. Es gäbe viele Learnings aus der Coronakrise. Um für die nächste mögliche Pandemie besser gerüstet zu sein, müsse es, so Schelling, so rasch wie möglich eine Manöverkritik durch Expertinnen und Experten sowie Praktikerinnen und Praktiker geben. „Der Präsident des Nationalrats, Mag. Wolfgang Sobotka, der auch eine wesentliche Aufgabe in der Steuerung des Gesetzgebungsprozess innehat, sicherte zu, das Thema Digitalisierung voranzutreiben. Den größten Fehler, den wir jetzt machen können wäre, jene Dinge, die wir aus der Not heraus gemacht haben und die sich bewährt haben, wieder zurückzuschrauben“, schilderte Schelling. Allerdings müssen digitale Prozesse benutzerfreundlicher werden – sowohl für die professionellen Nutzer in Gesundheitsberufen als auch für die Patientinnen und Patienten.

Nächste Ausgabe des Weißbuches im Herbst

„Wir sind bei der Präsentation des Weißbuches, Zukunft der Gesundheitsversorgung, auf enorme Resonanz seitens der Politik gestoßen. Wir haben gesehen, dass ein enormer Bedarf an dem Wissen besteht, den wir durch das Weißbuch vermitteln“, so Schelling. Durch die Pandemie seien viele der im Weißbuch angesprochenen Punkte sichtbar gemacht worden, gleichzeitig fehlte die Kapazität, diese umzusetzen. „Ich gehe davon aus, dass das Weißbuch nicht nur wohlwollend aufgenommen wird, sondern mit dem Abklingen der Pandemie tatsächlich in Umsetzung gebracht wird. Ich habe auch die heurigen Gesundheitstage dazu genützt, mit den entsprechenden politischen Kräften darüber zu sprechen wie wir weiter vorgehen können“, berichtete Schelling. Die im Rahmen der Gesundheitstage diskutierten Themen werden in eine vertiefte und thematisch erweiterte Version des Weißbuches „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ einfließen, die Präsident Schelling für Herbst 2021 angekündigt hat. Zudem bot Schelling dem Nationalratspräsidenten an, das Weißbuch auf Wunsch im Parlament zu präsentieren und den Nationalratsparteien die aus Expertensicht notwendigen Reformschritte näherzubringen. 

Nationale und internationale Top-Expertinnen und -Experten

Vorträge renommierter Expertinnen und Experten fesselten das Publikum. Im Rahmen des Themenblocks Onkologie wurde das Seitenstettner Manifest zur künftigen Onkologischen Versorgung intensiv diskutiert. Der Medizinnobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen, gab erstmals Einblick in seine neuesten Studien zu Bovine Meat and Milk Factors (BMMF), die seiner Hypothese zufolge für ein höheres Risiko verantwortlich seien, an Darm- und Brustkrebs zu erkranken. 

„Österreich ist bei der onkologischen Versorgung im Spitzenfeld. Wenn wir nicht etwas tun, wird sich das ändern“, warnte der Brustkrebsspezialist Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant. Neben der Sicherstellung eines adäquaten Netzwerkes für die Versorgung von Vorsorge bis zur Nachbetreuung sei auch eine deutlich verbesserte Unterstützung der klinischen Forschung mit neuen Therapieprinzipien notwendig. „Österreichs Forschung ist unterfinanziert. Von allen EU-Staaten hat Österreich die geringste Förderung bei klinischen Studien“, betonte der Experte. 

Aufhorchen ließ der Obmann-Stellvertreter der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), Andreas Huss, MBA, mit der Ankündigung, dass Impfungen in Österreich eine Leistung der Krankenkassen werden sollen.

Das mRNA-Vakzin des deutschen Biotech-Unternehmen BioNTech hat in der Covid-19-Pandemie für einen Umbruch in der Impfstofflandschaft gesorgt. Der österreichische Co-Gründer des Unternehmens, Univ.-Prof. Dr. Christoph Huber, zeigte, dass das Pharmaunternehmen abseits dieses Anwendungsgebietes mit einem individuellen Krebsimpfstoff Fortschritte erzielen konnte und man dem Ziel einer therapeutischen Impfung einen bedeutenden Schritt näher gekommen ist. 

„Wir müssen uns auch in der Krisenkommunikation verändern“, betonte OA Assoc.-Prof. Priv.-Doz. DI Dr. Hans-Peter Hutter in seinem Vortrag. Zu diesem Thema kündigte Schelling ein eigenes Kapitel in der nächsten Ausgabe des Weißbuchs an.

Spannende Themen beim Rahmenprogramm 

Im Vorfeld des offiziellen Teils der PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten gab es Gipfelgespräche mit Top-Expertinnen und -Experten zu verschiedenen Themen der Gesundheitsversorgung. Besonders zukunftsweisend waren dabei der von Prof. Dr. Reinhard Riedl von der Berner Fachhochschule moderierte ganztägige Workshop Digital Health sowie der Workshop zum Thema Car-T-Zelltherapie.

Das Bürgerforum, welches heuer bereits zum vierten Mal stattfand, widmete sich dem Thema Hautgesundheit. Auf Grund der zu diesem Zeitpunkt noch geltenden Corona-Pandemiebestimmungen wurde das Bürgerforum als rein digitale Veranstaltung in Kooperation mit MINI MED Studium abgehalten. Expertinnen und Experten stellten sich dabei den zahlreichen Fragen der Bevölkerung, die sich an dem digitalen Format rege beteiligten.

Die nächsten PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten finden vom 18. bis 20. Mai 2022 statt.

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