6. PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten durch Präsident Schelling eröffnet

Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner Strauß, NÖ Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer sowie Abt Petrus Pilsinger setzen bei der Eröffnung erste Impulse

Bereits zum sechsten Mal gastieren die PRAEVENIRE Gesundheitstage im Benediktinerstift Seitenstetten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser ersten Veranstaltung im Gesundheitsbereich nach den Lockdowns wurden durch den Abt des Stiftes, Mag. Petrus Pilsinger, seitens des Landes Niederösterreich durch die Mostviertler Abgeordnete zum NÖ Landtag, Bgm. KommR. Michaela Hinterholzer sowie den Präsidenten des Vereins PRAEVENIRE, Dr. Hans Jörg Schelling, begrüßt. Die Eröffnungskeynote hielt die steirische Gesundheitslandesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß.

„Jeder Gast im Kloster soll Stärkung und Ermutigung erfahren“, eröffnete der Hausherr des Stiftes seine Begrüßung. In diesem Sinne freue er sich, dass nach den vielen Monaten, in denen Kontakt vielfach nur in elektronischer Form von Bits und Bytes möglich war, gleich mit dem ersten Tag der Öffnung durch die PRAEVENIRE Gesundheitstage das Stift wieder zu einem Ort der realen Begegnung und der Inspiration geworden ist. „Die Gesundheit ist ein hohes Gut, dem sich in den letzten Monaten vieles unterordnen musste“, räumte Bgm. LAbg. KommR Michaela Hinterholzer ein. Allerdings habe die Pandemie auch gezeigt, dass das österreichische Gesundheitssystem durchaus krisenresistent ist. Sowohl der Bereich der Forschung und Entwicklung, als auch die Gesundheitsvorsorge haben durch COVID-19 einen neuen Stellenwert bekommen und alle müssen nun an einem Strang ziehen, um die Entwicklungen der letzten Monate fortzusetzen. Oberstes Ziel sei, weiterhin Spitzenmedizin für alle zu bieten. Daher müssen jetzt die richtigen Schritte gesetzt werden. So gelte es beispielsweise, die Probleme in der ärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen zu lösen. Als Präsidentin des NÖ Hilfswerk sieht Hinterholzer auch Handlungsbedarf im Bereich der Pflege. Schon jetzt versorgt das NÖ Hilfswerk mit seinen 2.000 mobilen Pflegekräften 9.000 pflegebedürftige Menschen im Land. Bis 2050 rechnet sie, dass sich deren Anzahl verdreieinhalbfachen werde. 

Im PRAEVENIRE Weißbuch „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ sind viele Punkte enthalten, die zur Bewältigung der Krise beitragen können. „Nun gilt es, diese in die Umsetzung zu bringen“, betonte Schelling in seiner Eröffnungsrede. Die Pandemie habe gezeigt, dass die Situation nicht die Politik allein bewältigen könne, sondern auch die Eigenverantwortung jedes einzelnen Menschen gefragt ist. Es brauche nach der akuten Krisensituation eine ehrliche Manöverkritik, in der vor allem auch Expertinnen und Experten aus der Praxis eingebunden werden müssen. Aus der Krise könne man vieles lernen, allerdings müssen die Lehren rasch gezogen werden, damit die Wirkung nicht verpuffe. Diese Vorgehensweise habe sich schon nach der Finanzkrise vor zehn Jahren bewährt. Wichtig sei beispielsweise, dass Mittel der Digitalisierung, die während der Krise implementiert wurden, auch in den Regelbetrieb übernommen werden. „Wir haben gesehen, dass wir die Mittel der Digitalisierung nützen können. Lassen wir Dinge wie das E-Rezept in den Regelbetrieb übergehen. Wir wissen, dass wir eine Pandemie nur gemeinsam bewältigen können.“ Es wäre eine vertane Chance, aus den Erfahrungen heraus nicht besser zu werden. Krisen könne man managen, es sollten aber alle Systeme im Gesundheitswesen so gestärkt werden, dass aus der nächsten keine unbeherrschbare Katastrophe werde. 

Dazu müssten längst angedachte Reformschritte möglichst schnell realisiert werden. Es ginge um mehr Prävention, eine adäquate Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen und schließlich auch um das Wahrnehmen von mehr Eigenverantwortung durch den einzelnen Menschen, betonte Schelling.

Der Weißbuchprozess gehe weiter, kündigt Schelling an. Neben zusätzlichen Themen werden Themen aus dem bestehenden Weißbuch weiter vertieft. Die nächste Ausgabe ist für den Spätherbst 2021 geplant. 

„Gesundheit hat einen anderen Stellenwert bekommen, sowohl auf individueller Ebene, als auch in der Politik“, erklärte die steirische Gesundheitslandesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß in der Eröffnungskeynote. In den Bereich der Eigenverantwortung falle auch das Thema Impfen. Dies habe hohe Priorität, da nur eine rasch erreichte hohe Durchimpfungsrate gegen ein neues Aufflammen der Pandemie durch Mutationen schütze. Die Verantwortung für die Gesundheit liegt bei den Ländern. „Die Wege der Bewältigung in der Pandemie waren durchaus unterschiedlich, doch im Summe recht gut“, attestierte Bogner-Strauß. Jetzt gelte es, diese Verantwortung auch beim Impfen wahrzunehmen.

Für die Länder seien die Anregungen aus dem PRAEVENIRE Weißbuch „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ hilfreich, die Rahmenbedingungen im Gesundheitsbereich zukunftsweisend voranzutreiben, betonte Bogner-Strauß und griff zwei Themenbereiche heraus: Pflege und Betreuung sowie Wissenschaft und Forschung.

„Der Beruf in der Pflege ist Berufung“, so die Gesundheitslandesrätin. Neben entsprechenden Angeboten, um junge Menschen für die Berufsbilder der Pflege zu begeistern, bedarf es auch entsprechender Umschulungsangebote. Modelle wie die Community Nurse können zu einem niederschwelligen Zugang zu Gesundheit am Land beitragen. 

In Zukunft sei auch mehr Förderung im Bereich Wissenschaft und Forschung notwendig, so Bogner-Strauß. „Was wir in der Grundlagenforschung brauchen, ist ein besserer Datenzugang, um den Datenschatz den wir im Gesundheitsbereich haben, auch nützen zu können“. Aber auch die Anwendungsforschung dürfe nicht zu kurz kommen. Hier gelte es, vor allem jungen Forscherinnen und Forschern entsprechende Rahmenbedingungen zu bieten, sodass diese nicht im Rahmen von Auslandssemestern der österreichischen Wissenschaft auf Dauer den Rücken kehren. 

Was eine Bündelung der Aktivitäten im Forschungsbereich und eine entsprechende finanzielle Unterstützung bewirken kann, zeige sich laut Bogner-Strauß jetzt in der Coronapandemie: „Ich hätte mir nie gedacht, dass es innerhalb eines Jahres einen COVID-19-Impfstoff geben könnte“. Allerdings gäbe es bis dato keine gute Behandlung durch eine entsprechende Medikation. So wie man in die Impfung gegen COVID-19 investiert hätte, sollte man nunmehr auch in die Entwicklung von wirksamen Arzneimitteln gegen die Pandemie investieren“, appellierte Bogner-Strauß.

Hochkarätige Gipfelgespräche

Im Vorfeld des offiziellen Teils der Gesundheitstage fanden zudem hochkarätig besetzte Gipfelgespräche u.a. zu Themen wie Impfen, Innovative Therapien im Krankenhaus, Brustkrebs, Orthopädische Versorgung, Harm Reduction, Therapie Allergene, Therapieinnovation im intramuralen Bereich sowie Onkologie und COVID-19 statt. Bereits zum dritten Mal wurde ein Workshop zum Thema Digital Health abgehalten. Zudem gab es heuer erneut einen Workshop zum Thema CAR-T-Zelltherapie. Am Vorabend der Eröffnung stellten sich Expertinnen und Experten bei einem digital gut besuchten Bürgerforum zum Thema Hautgesundheit den zahlreichen Fragen der Bevölkerung.

Spannende Keynotes und Vorträge nationaler und internationaler Experten

An diesen drei Tagen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gesundheitstage die Möglichkeit, Keynotes, Vorträge und Inputs von renommierten Expertinnen und Experten, wie u.a. Dr. Alexander Biach, Standortanwalt Wien und Dir. Stv. Wirtschaftskammer Wien, Dr. Juliane Bogner-Strauß, Landesrätin für Bildung, Gesellschaft, Gesundheit und Pflege, Steiermark, Manfred Brunner, ÖGK, Dr. Thomas Czypionka, IHS Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik, Univ.-Prof. Peter Ertl, Institut für Angewandte Synthesechemie, TU Wien, Dr. Reingard Glehr, Österreichische Gesellschaft für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin in der Allgemeinmedizin, Initiative „Österreich Impft“, Univ.-Prof. Dr. Richard Greil, Uniklinik Salzburg, Leiter d. Inneren Medizin III, Hon.-Prof. Dr. Rainer Hasenauer, WU-Wien, Prof. Dr. Thomas A. Henzinger, IST Austria, Dr. Eva Höltl, Leiterin Health Center der Erste Bank Group, Initiative „Österreich Impft“, Univ.-Prof. Dr. Christoph Huber, Co-Founder des deutschen Biotechnologie-Unternehmens und Innovationshubs BioNTech, Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Kaufmann, Max-Plank-Institut für Infektionsbiologie, Univ.-Prof. Florian Krammer, Icahn School of Medicine, Mount Sinai Hospital New York, Dr. Silvia Maier, Junge Akademie Schweiz, Univ.-Prof. Dr. Markus Paulmichl, Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg, Prof. Dr. Reinhard Riedl, Berner Fachhochschule, Dr. Günther Schreiber, Quality Austria, Mag. Wolfgang Sobotka, Präsident des österreichischen Nationalrats, ao. Univ.-Prof. Erich Schweighofer, EU-Kommission, Brüssel, Univ. Prof. DI Dr. Hannes Stockinger, Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, MedUni Wien, DI Dr. Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin AGES Medizinmarktaufsicht, Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr med. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen sowie weitere hochkarätige Referenten und Diskutanten in zahlreichen Keynotes, Panels und Diskussionen.

Unterstützung für Förderverein Kinder und Jugendreha

Auf Initiative der Pöndorfer Country Charity Challenge (PCCC) haben Besucherinnen und Besucher der 6. PRAEVENIRE Gesundheitstage im Stift Seitenstetten die Möglichkeit, PRAEVENIRE-Merchandising-Artikel zu erwerben. Der gesamte Erlös kommt dem Projekt Kinder- und Jugendreha zugute. Hier wurde in den letzten Jahren zwar schon ein Durchbruch erreicht, allerdings braucht es noch weitere Schritte und Finanzmittel, um allen Kindern und Jugendlichen das benötigte Rehabilitationsangebot bieten zu können.

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